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Geschrieben von: Alex Schubert   
Freitag, 12. Dezember 2008 um 19:59 Uhr

Der Krieger

Liebe Buyu,

wir möchten hier die Gelegenheit nutzen und kurz über den Begriff „Krieger” sprechen.

„Krieger” ist die sehr alte Bezeichnung für eine Person, die hartnäckig ihr Ziel verfolgt und keine Anstrengungen scheut. Ein Krieger muss nicht unbedingt kämpfen, aber wenn es notwendig wird, wird er es tun.

Im Alltag wird der Begriff des „Kriegers” sehr oft falsch interpretiert. Entweder wird der Krieger als gewalttätig verteufelt oder als nicht mehr zeitgemäß angesehen. Ein anderes Mal wird er als heroische Überperson vergöttert. Diese Fehlinterpretationen rühren daher, dass heutzutage der Begriff „Krieger” auch mit Soldat oder Söldner gleichgesetzt wird. Allerdings ist ein Krieger nicht auf Gewalt aus. Er ist im Grunde eine Person, die tut, was zu tun ist, ohne viel Aufhebens. Ein Krieger ist jemand, der makellos ist, und somit unangreifbar. Makellos in allem, was er tut. Und er ist sich jederzeit bewusst, was er tut und warum er es tut. Unangreifbar sein bedeutet für einen Krieger auch, von Niemanden in die Ecke gedrängt werden zu können, da er frühzeitig erkennt, wenn Dinge nicht so laufen, wie sie laufen sollten.

Ein Krieger ist jemand, der Entscheidungen trifft und diese dann in die Tat umsetzt. Unbeirrt. Somit hat er keine Zeit für kleinliche Streitereien, denn er muss schon die nächste Entscheidung treffen. Deshalb ist er ein Mensch mit bestem Betragen.

Ein Krieger übernimmt Verantwortung für sein Leben, denn er weiß, dass er die Macht der Entscheidung hat, welche ihn befähigt, sein Leben zu gestalten. Wer sich mit Kriegskünsten oder Budo beschäftigt, muss ehrlich zu sich selbst sein und Eigenverantwortung übernehmen. Er muss ernsthaft trainieren, was bedeutet, dass er stets wissen muss, warum er trainiert und ob ihn die Art seines Trainings seinem Ziel näher bringt. Ernsthaftes Training bedeutet nicht, dass man nicht auch herzhaft Lachen kann. Im Gegenteil, Lachen befreit das Gemüt, denn es gibt in den Kriegskünsten/Kampfkünsten viele schreckliche Aspekte, mit denen man sich beschäftigen muss. Ein herzhaftes Lachen zur rechten Zeit kann die Situation wieder entspannen. Nur, wer im Training ständig lacht oder kichert ist einfach nur albern und bestenfalls eine Witzfigur, aber kein Krieger. Sieger lachen, Verlierer jammern oder sind böse. Nur: Um Sieger zu sein muss man gekämpft haben – und das ist nicht lustig.

Das Leben besteht aus Freude und Leid. Ein Krieger ist sich dessen bewusst. Deshalb genießt er das Leben, scheut aber auch nicht das Leid. Schmerzen sind ein Teil des Lebens. Wer vor dem Schmerz (oder vor unangenehmen Dingen) davonläuft, den wird der Schmerz einholen und dann überkommen, wenn er es am nicht erwartet oder wenn er es am wenigsten gebrauchen kann.

Was immer Du in Deinem Leben tust, wenn Du es wirklich gut machen willst, musst Du es lieben. Wenn Du es nur magst, … vergiss es. Du musst es lieben, um die schweren Zeiten zu überstehen und um die negativen Seiten zu akzeptieren.

Jeder hat seine Zukunft in den Händen, was man daraus macht hängt von jedem selbst ab. Haltet Euch nicht ewig mit den verschiedenen Arten des Gehens auf, fangt an zu Rennen, denn wie sonst wollt Ihr jemals Fliegen?

In diesem Sinne: Bufu ikkan!

 

Copyright © by Ninjutsu Dojo Berlin(SH)

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 07. März 2010 um 21:23 Uhr